Prüfungsvorbereitung

Die praktische Prüfung ist kein Geheimnis. Was drankommt, steht in einer Verordnung, und wer sie kennt, geht ruhiger hinein. Hier steht, was in der Prüfung Klasse B wirklich verlangt wird: der Ablauf, die Sicherheitskontrolle am Anfang und die Fehler, die ich am häufigsten sehe. Weiter unten kommt dazu, was bei Klasse BE zusätzlich dran ist. Welche Grundfahraufgaben es gibt und worauf es bei jeder einzelnen ankommt, steht mit Skizzen auf einer eigenen Seite.

55Minuten dauert die Prüfung Klasse B
30Minuten reine Fahrzeit, ohne Aufgaben und Kontrolle
3Prüfpunkte der Sicherheitskontrolle

So läuft der Prüfungstag ab

Von der Begrüßung bis zum Ergebnis. Die Grundfahraufgaben kommen nicht am Stück, sondern verteilt über die Fahrt.

  1. AnkommenWir treffen uns an der Fahrschule. Nimm Deinen Personalausweis mit. Der Prüfer stellt sich vor und erklärt Dir kurz, wie es weitergeht.
  2. SicherheitskontrolleDrei Fragen am Fahrzeug, noch bevor Du einsteigst. Welche Bereiche dafür in Frage kommen, steht weiter unten.
  3. Fahrzeug einrichtenBevor der Motor läuft: Sitz, Lenkrad, Kopfstütze, Spiegel, Gurt. Das gehört zur Prüfung und wird bewertet. Mach es in derselben Reihenfolge wie in jeder Fahrstunde, dann vergisst Du nichts.
  4. Die FahrtInnerorts und außerorts, dazu je nach Prüfstelle Kraftfahrstraße oder Autobahn. In welcher Reihenfolge, ist nicht festgelegt. Der Prüfer sagt Dir, wo es langgeht. Sagt er nichts, fährst Du geradeaus weiter.
  5. Die GrundfahraufgabenSie kommen an Stellen, die sich dafür eignen. Der Prüfer sagt Dir an, welche Aufgabe er sehen will. Welche es gibt und worauf es bei jeder ankommt, steht auf der Seite Grundfahraufgaben.
  6. ErgebnisZurück an der Prüfstelle sagt Dir der Prüfer sofort, ob Du bestanden hast. Du wartest nicht auf Post.

Was am Anfang wirklich gefragt wird

Vor der Fahrt sucht der Prüfer drei Prüfpunkte aus den Bereichen unten aus, jeden aus einem anderen Bereich. Gefragt wird nur, was ohne Werkzeug zu zeigen ist und was Dein Prüfungsfahrzeug überhaupt hat.

Ein Fehler dabei allein lässt Dich nicht durchfallen. Lernen solltest Du es trotzdem. Es ist das Erste, was der Prüfer von Dir sieht.

Die Sicherheitskontrolle

Hier fährst Du nicht, sondern zeigst und erklärst. Deshalb üben wir es vorher am Prüfungsfahrzeug: Die Handgriffe sollst Du an genau diesem Auto kennen, nicht an irgendeinem.

Reifen

Gefragt sind Beschädigungen, Profiltiefe und Reifendruck. Beschädigungen und Profil zeigst Du am Reifen. Beim Druck geht es darum, dass Du weißt, wo die Werte stehen: im Tankdeckel, in der Türsäule oder im Handbuch. Ablesen kannst Du ihn nur mit einem Messgerät, und das gehört nicht zur Prüfung.

Die Zahl, nach der gefragt wird: Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang mindestens 1,6 mm tief sein. Bei Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern genügt 1 mm.

Sommer- oder Winterreifen? Am Winterreifen steht das Schneeflocken-Symbol auf dem Berg. Du solltest sagen können, welche Reifen gerade montiert sind und woran Du das siehst.

Was dabei am häufigsten schiefgeht
  • Nur einen Reifen angeschaut. Die Frage gilt dem Fahrzeug, nicht dem Rad, vor dem Du gerade stehst.
  • Die Profiltiefe geschätzt. Die Verschleißanzeiger in den Rillen sind genau dafür da. Zeig sie.
  • Beim Reifendruck ins Schwimmen geraten. Wo die Werte stehen, ist die Frage. Nicht, wie viel bar Dein Auto braucht.

Licht, Hupe und Rückstrahler

Der größte Bereich, und der mit den meisten Einzelteilen: Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Schlussleuchten mit Kennzeichenbeleuchtung, Nebelschlussleuchte, Warnblinkanlage, Blinker, Hupe und Bremsleuchten. Ein- und ausschalten, Funktion prüfen.

Dazu gehört, dass Du die Kontrollleuchten benennen kannst. Einschalten allein genügt nicht: Sag auch, welches Symbol im Cockpit dazugehört.

Die Rückstrahler gehören zum selben Rundgang: rot, hinten, oft in der Rückleuchte. Gefragt ist, ob sie da und ob sie heil sind.

Was dabei am häufigsten schiefgeht
  • Die Nebelschlussleuchte mit den Nebelscheinwerfern verwechselt. Zwei verschiedene Dinge, zwei verschiedene Symbole, und gefragt ist die Schlussleuchte.
  • Das Bremslicht allein prüfen wollen. Dafür brauchst Du jemanden, der schaut, oder eine Wand hinter dem Auto. Sag das ruhig.
  • Bei modernen Autos das Licht auf Automatik gelassen. Dann zeigst Du dem Prüfer nicht, dass Du es schaltest, sondern dass das Auto es tut.

Lenkung

Bei Klasse B steht in der Prüfungsrichtlinie genau ein Punkt: das Lenkschloss entriegeln. Also Zündung an und zeigen, dass das Lenkrad frei ist. Mehr wird hier nicht verlangt.

Bremsanlage

Die Betriebsbremse prüfst Du im Stand am Pedal: Es muss Widerstand haben und darf bei gehaltenem Druck nicht langsam durchsacken. Dazu kommt die Bremsprobe beim Losfahren. Nach wenigen Metern bremst Du bei Schrittgeschwindigkeit einmal kräftig und spürst, ob das Auto sauber und geradeaus zum Stehen kommt.

Die Feststellbremse prüfst Du, indem Du versuchst, gegen sie anzufahren: Motor starten, ersten Gang einlegen, Hebel oder Schalter gezogen lassen und vorsichtig einkuppeln. Das Auto darf sich nicht bewegen. Bei einer elektrischen Feststellbremse ist der Handgriff ein anderer, die Probe dieselbe.

Was dabei am häufigsten schiefgeht
  • Nur einmal aufs Pedal getreten. Sag dazu, worauf Du achtest: fester Druckpunkt, kein Absacken bei gehaltenem Pedal.
  • Die Bremsprobe vergessen. Sie gehört zum Losfahren, nicht zur Kontrolle im Stand. Beides wird erwartet.
  • Die Feststellbremse vergessen. Sie ist bei Klasse B ausdrücklich Teil der Prüfung, anders als bei den Zweiradklassen.

Flüssigkeitsstände

Der Griff in den Motorraum: Motoröl, Kühlmittel und Scheibenwaschflüssigkeit. Motorhaube öffnen, Behälter zeigen, Stand ablesen und sagen, wo Minimum und Maximum liegen.

Beim Öl geht das über den Messstab oder, bei neueren Autos, über die Anzeige im Cockpit. Beides ist richtig, solange Du erklärst, was Du da machst.

Übe das Öffnen der Motorhaube. Der Hebel im Fußraum und die zweite Sicherung unter der Haube kosten in der Prüfung mehr Nerven als alles andere in diesem Bereich. Und sie sitzen bei jedem Auto woanders.

Was dabei am häufigsten schiefgeht
  • Den Ölmessstab nur einmal herausgezogen. Beim ersten Mal klebt überall Öl, da kannst Du nichts erkennen. Also: herausziehen, abwischen, wieder ganz hineinstecken, erneut herausziehen. Jetzt zeigt er den richtigen Stand.
  • Kühlmittel und Waschwasser verwechselt. Beide sind bunt und beide sitzen im Motorraum. Der Kühlmittelbehälter trägt das Thermometer-Symbol.
  • Den Kühlerdeckel öffnen wollen. Nicht bei warmem Motor, und in der Prüfung gar nicht. Der Stand ist von außen ablesbar.

Klasse BE: der Anhänger

Bei BE kommen zwei Dinge dazu, die es bei B nicht gibt: das Rückwärtsfahren um eine Ecke nach links und das Verbinden und Trennen der Fahrzeuge. Beides ist vorgeschrieben, beides wird bewertet. Das Rückwärtsfahren ist die Grundfahraufgabe der Klasse BE — mit dem Anhänger läuft es anders als mit dem Auto allein. Hier geht es um das Verbinden und Trennen.

Dazu kommen bei BE zwei Prüfpunkte einer Sicherheitskontrolle am Anhänger. Der Prüfer sucht sie aus: Sicherung der Ladung, Aufbau, Plane, Frachttüren, Ladeeinrichtung oder Unterlegkeile.

Ankuppeln, Schritt für Schritt

So steht die Reihenfolge in der amtlichen Prüfungsrichtlinie. Nur innerhalb von Schritt 4 darfst Du frei sortieren, die übrigen Schritte nicht. Gearbeitet wird auf einem verkehrsarmen, möglichst ebenen Platz, und das Zugfahrzeug darf vorher nicht in einer Linie vor dem Anhänger stehen.

  1. Zugfahrzeug heranfahren. Langsam und gerade zurücksetzen, bis die Kupplungskugel unter der Zugöse steht. Dann Feststellbremse anziehen und Motor aus.
  2. Feststellbremse am Anhänger lösen. Ja, schon jetzt. Der Anhänger bleibt durch die Unterlegkeile gesichert, und ein auflaufgebremster Anhänger lässt sich mit angezogener Bremse nicht sauber aufsatteln. Genau hier wird oft anders gelehrt, als geprüft wird.
  3. Ankuppeln. Kupplung öffnen, Anhänger mit dem Stützrad absenken, bis er hörbar einrastet.
  4. Diese fünf Punkte, in beliebiger Reihenfolge:
    • Abreißseil einhängen, lang genug für die Kurve und kurz genug, dass es nicht schleift
    • Sicherung der Kupplung prüfen
    • Stützrad einfahren und festklemmen
    • Unterlegkeile verstauen
    • Elektroanschluss herstellen, das Kabel darf beim Einlenken nicht spannen und nicht am Boden schleifen
    Wie Du die Sicherung prüfst, ist Dir überlassen. Viele Kupplungen zeigen sie an; ich lasse Dich zusätzlich das Stützrad weiter herunterkurbeln, bis das Heck des Zugfahrzeugs sichtbar mit angehoben wird.
  5. Beleuchtung prüfen. Standlicht, Bremslicht, Blinker links und rechts, Nebelschlussleuchte.
  6. Bremsanlage des Anhängers prüfen. Eine Sichtkontrolle.
  7. Bremsprobe. Nach kurzem Anfahren bei Schrittgeschwindigkeit, etwa 5 bis 8 km/h, mit einer Schlagbremsung.

Abkuppeln, Schritt für Schritt

Hier gilt der Grundsatz umgekehrt: gesichert wird zuerst. Auch diese Reihenfolge steht so in der Prüfungsrichtlinie, und wieder ist nur Schritt 4 in sich frei.

  1. Zugfahrzeug sichern. Feststellbremse, Gang oder Stufe P, Motor aus.
  2. Anhänger sichern. Feststellbremse anziehen, Unterlegkeile legen. Erst jetzt darf etwas gelöst werden.
  3. Stützrad ausfahren und festklemmen.
  4. Diese vier Punkte, in beliebiger Reihenfolge:
    • Elektroanschluss trennen und so ablegen, dass er nicht auf der Straße liegt
    • Abreißseil aushängen
    • Kupplung öffnen
    • Deichsel hochkurbeln, bis der Anhänger frei ist
    Danach fährst Du das Zugfahrzeug langsam und gerade weg.

Wenn es nicht klappt

Ein einzelner leichter Fehler lässt Dich nicht durchfallen. Zum Nichtbestehen führt entweder ein Fehler, der die Prüfung sofort beendet, oder die Häufung leichter Fehler über die Fahrt hinweg.

Fällst Du durch, sind es mindestens zwei Wochen bis zum nächsten Versuch. Wir nutzen die Zeit für das, woran es gehapert hat, und nicht für alles noch einmal von vorne.

Ein Termin, den man leicht übersieht: Nach der bestandenen Theorieprüfung hast Du zwölf Monate Zeit für die praktische Prüfung. Danach verliert die Theorie ihre Gültigkeit, und Du musst sie wiederholen.

Fragen zur Prüfung? Ruf an. Und wenn Du noch keine Fahrschule hast: Melde Dich an.

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Grundlage sind die Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 7 (Prüfungsstoff, Grundfahraufgaben und Prüfungsdauer) sowie § 18 FeV (Wiederholung und Gültigkeit der Theorieprüfung). Die Angaben hier sind zum Lernen gedacht und ersetzen weder den Fahrunterricht noch die amtliche Prüfungsrichtlinie.